Vom Aufbrechen und Ankommen
Kinder- und Jugendfilme zum Thema Migration

Ein Augenblick Freiheit (2008)

Film: Ein Augenblick Freiheit

Länge: 107 Minuten

Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

FSK-Freigabe: Ab 12 Jahren

Regie: Arash T. Riahi

Darsteller: Navid Akhavan (Ali), Fares Fares (Manu), Payman Madjlessi (Hassan), Behi Djanati Ataï (Lale), Johannes Silberschneider (Pifko), Elika Bozorgi (Azy), Sina Saba (Arman) u. a.

Genre: Drama

Land: Österreich, Frankreich, Türkei , 2008

Sprachen:

Ein Ehepaar mit ihrem kleinen Sohn, zwei Jugendliche, die ein Geschwisterpaar nach Österreich zu ihren bereits emigrierten Eltern bringen sollen, sowie ein jüngerer und ein älterer Kurde flüchten unabhängig voneinander mithilfe von Schleppern und Lotsen aus dem Iran über das Gebirge in die Türkei. Ihre Wege kreuzen sich in einem einfachen Hotel, in dem alle darauf warten, dass ihren Asylanträgen stattgegeben wird, die sie in der UNO-Niederlassung vor Ort gestellt haben. Sie leben in ständiger Angst vor Polizeieinsätzen gegen illegale Einwanderer und auch der iranische Geheimdienst wird auf die Gruppe aufmerksam und entführt einen der Jugendlichen mitsamt dem Geschwisterpaar, um deren Eltern habhaft zu werden. Durch Intervention der Medien gelangen die Kinder doch noch wohlbehalten ins Ausland. Doch der Asylantrag des Ehepaars mit ihrem Sohn wird abgelehnt, woraufhin der Mann sich aus Verzweiflung selbst verbrennt und die Witwe mit dem Kind in den Iran zurückkehrt. Von den beiden Kurden gelingt nur dem Jüngeren die Emigration, der andere wird vom iranischen Militär am Ende standrechtlich erschossen.


Nicht nur wegen dieser beiden Todesfälle geht es im Film mehrfach hart zur Sache, denn er möchte ein möglichst ungeschminktes Bild der Realität dieser Flüchtlinge geben. Ohne Partei zu ergreifen oder einfache Schuldzuweisungen vorzunehmen, erzählt er von unterschiedlichen Fluchtmotiven, aber von der gemeinsamen Sehnsucht, die eigenen Lebensträume in einer freien Gesellschaft verwirklichen zu können. Der iranische Regisseur hat in seinem Film zum Teil eigene Erfahrungen verarbeitet. 1982, im Alter von zehn Jahren, ist er mit seinen Eltern ebenfalls durch die iranisch-türkische Gebirgsregion bis nach Österreich geflohen, während seine jüngeren Geschwister zunächst bei den Großeltern blieben. Die aus eigener Tasche finanzierten Vorbereitungen für seinen Film erstreckten sich über mehrere Jahre, wobei er auch ausführlich unter iranischen Flüchtlingen recherchierte, die erst viele Jahre später als er selbst aus dem Iran geflohen sind. Das persönliche Anliegen seines vielfach ausgezeichneten Films, der 2010 für Österreich ins Rennen um den Oscar für den besten ausländischen Film ging, ist in jeder Szene zu spüren. Er fordert vom Zuschauer allerdings die Bereitschaft, sich ganz auf diese harte Realität einzulassen, die in vielen Aspekten allgemeingültigen Anspruch besitzt, in anderen sich speziell auf eine geschichtliche Situation im Iran bezieht.


 

Anbieter: